3. Spieltag U13

 

Vereins-Chronik

Der R. V. Fahr Wohl Warfleth konnte im Jahr 2003 auf sein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Dies gibt uns Anlass, die Ereignisse im Vereinsleben rückwirkend zu betrachten.

Sollte der Rückblick etwas lückenhaft sein, so bitten wir, dieses zu entschuldigen, da nur wenige Unterlagen zur Verfügung standen. Durch die Ereignisse des letzten Krieges und andere Umstände gingen Protokollbücher und sonstige wertvolle Unterlagen verloren. Zum Teil wurde auf die 1975 anlässlich des 75jährigen Bestehens erstellte Chronik des Vereins und auf die von Harald Fuge und Lutz Müller erstellte Chronik des Turn- und Sportvereins Warfleth zurückgegriffen. Allerdings steht uns noch heute das folgende Gründungsprotokoll im Original zur Verfügung.

"Geschehen in Abelers Gasthaus in Motzen am 22. Juli 1903 abends. Zur Gründung eines Radfahrer-Vereins hatten sich eingefunden 6 Personen. Es wurde einstimmig beschlossen, einen Verein zu gründen und wurde demselben der Name "Wanderlust" gegeben. Vereinslokal soll Abelers Gasthaus sein. Die nächste Versammlung soll am Mittwoch, dem 29. Juli, stattfinden. Es soll alsdann das Nähere beschlossen, wie auch der Vorstand gewählt werden.

Als Mitglieder traten heute dem Verein bei: E. Stitz, A. Karrö, A. Brumloop, F. Hampe, J. Zinke. G. Mehrtens. Ferner haben sich angemeldet: F. Weltje, F. Poppe und D. Seemann.

Versammlung am 29. Juli 1903, abends 9 1/2 Uhr, im Vereinslokal. Anwesend 10 Personen, welche dem Verein beitreten wollen. Es wurde beschlossen, dem Verein anstatt "Wanderlust" den Namen "Fahr-wohl" beizulegen.

Die Wahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender E. Stitz, 2. Vorsitzender Franz Ukerwitz, 1. Schriftwart G. Mehrtens, 2, Schriftwart G. Schmeldtenkopf, Kassenwart H. Drieling, Stellvertr. F. Hampe, 1. Fahrwart A. Karrö, 2. Fahrwart A. Brumloop.

Die Statuten sollen in der nächsten Versammlung festgelegt werden.

Als Saalfahrer meldeten sich an: Karrö, Brumloop, Ukerwitz, Schmeldtenkopf, Zinke, Poppe, Stitz, Hampe, Mehrtens, Drieling.

Als Mitglieder meldeten sich heute an: G. Schmeldtenkopf, H. Drieling.

Die jetzigen Mitglieder sind von Zahlung des Eintrittsgeldes befreit. Es sollen erhoben werden: 1. aktive Mitglieder 30 Pfg. monatlich, 2. passive Mitglieder 3 Mark jährlich.

An jedem 1. Mittwoch im Monat findet eine Versammlung statt. An Brüche ist für jedes fehlende aktive Mitglied 25 Pfg. zu zahlen.

Näheres soll in den Statuten aufgenommen werden.

Der regelmäßige Übungsabend im Saalfahren ist am Mittwoch jeder Woche, abends 8 1/2 Uhr.

Das Besorgen der Vereinsabzeichen wurde dem 1. Vorsitzenden Stitz überlassen. Die Mützen sollen weiß sein, mit hellblauem Stern vorne. Die Schärpen blau und weiß, 12 cm breit, mit silberner Spange auf der Schulter und silbernen Tressen unten, mit einer Querlitze an der Seite.

Schluß der Versammlung 10 1/2 Uhr.

Zur Beglaubigung G. Mehrtens, 1. Schriftwart"

Es wurde dann eine Saalmannschaft gebildet, die in Abelers Gasthaus in Motzen das Reigen- und Duettfahren aufnahm. Sonntag für Sonntag waren die Sportkameraden unterwegs und nahmen an den auswärtigen Radsportfesten der damals sehr zahlreichen Vereine teil.

Im Jahre 1904 wurde ein wertvolles Banner angeschafft und im gleichen Jahr mit einem großen Radsportfest eingeweiht.

Der Wahlspruch des Banners: "In Tat und Wort, treu unserm Sport"

Es wurden viele Preise auf auswärtigen Veranstaltungen geholt. Der aktive Sportbetrieb wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh lahmgelegt. Die meisten der damals aktiven Fahrer wurden einberufen und ein großer Teil der hoffnungsvollen jungen Sportsleute kehrte nicht zurück.

Man ging nach dieser Zeit aber wieder mit neuem Mut und neuer Kraft an die Arbeit, und schon bald waren wieder einige Saalmannschaften zusammen, und auch der Erfolg auf sportlichen Veranstaltungen ließ nicht auf sich warten. Es gab während dieser Zeit noch einen Rückschlag, der erwähnt werden sollte. Das Vereinslokal Abelers Gasthaus in Motzen wurde das Opfer einer Feuersbrunst. Der Verein wechselte in das Lokal von Martin Husmann in Ganspe. Zur damaligen Zeit begannen auch die Radballspiele. Auch eine Rennsportabteilung war vorhanden.

Jedes Jahr lief das Rennen "Rund um Stedingen" mit der Streckenführung Weserdeich - Berne - Bardewisch - Ritzenbüttel zurück nach Ganspe. An diesen Rennen nahmen damals namhafte Fahrer teil, u. a. ein Mann wie Heidenreich, der zu den Großen im deutschen Radsport zählte.

Im Jahre 1933 wurde der Verein vom Deutschen Radfahrer-Verband e. V. übernommen und in den Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert. Im Jahre 1937 traten sehr viele junge Sportkameraden dem Verein bei. Es bestanden zu der Zeit eine 6er-Herrenmannschaft und zwei 6er-Jugendmannschaften.

Diese gute Entwicklung fand ein Ende durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939. Trotz der vielen jungen Menschen, die an die Fronten mußten, wurde der Sportbetrieb von den älteren und den noch nicht wehrpflichtigen Sportkameraden aufrecht erhalten.

Ein großer Verlust traf den Verein, als am 18.3.1943 der Saal des Vereinslokales zerstört wurde und 14 Reigenmaschinen und vier Radballmaschinen unter den Trümmern begraben wurden.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges fanden sich erneut Männer, die bereit waren, noch einmal wieder von vorne anzufangen.

Durch Verfügung der Militärregierung wurde nur ein Verein am Ort zugelassen. Im November 1945 wurde der Turn- und Sportverein Warfleth gegründet und eine Radsportabteilung in diesem gebildet.

Aus den verbliebenen Resten, was einmal Radsportmaschinen waren, wurde von dem Spartenvorsitzenden Gustav Vosteen unter großen Mühen wieder sechs fahrbereite Räder hergestellt. Es wurde zunächst eine Herrenmannschaft gebildet, die sofort mit dem Training begann. Es kam bald eine zweite, eine Jugend-, und im Jahre 1946 eine Damen-Mannschaft dazu.

Am 25. 1. 1948 wurde aus der Sparte Radsport des TuS Warfleth wieder der selbständige Radfahrer Verein Fahr Wohl Warfleth gebildet. Seit dieser Zeit gehört der Verein dem Radsportverband Niedersachsen im Bund Deutscher Radfahrer an. Nach der Währungsreform konnte wieder Material beschafft werden und der Vereinsbetrieb nahm einen noch größeren Aufschwung. Es wurde das Radballspiel mit eingeführt und für die Frauen das Radpolospiel.

Auf dem Gebiet des Reigen- und Kunstfahrens machte sich dann eine wesentliche Leistungssteigerung bemerkbar, die am besten ihren Ausdruck in dem guten Abschneiden auf den Bezirks-, Landesverbands- und Deutschen Meisterschaften gefunden hat.

Es würde jetzt sicherlich zu weit führen, wenn alle Erfolge und Platzierungen der Sportler unseres Vereins aufgeführt würden. So haben wir uns darauf beschränkt, in chronologischer Reihenfolge in dieser Festschrift festzuhalten: Titel auf Niedersachsenmeisterschaften, Platzierungen auf den ersten drei Plätzen bei Norddeutschen und Nord-West-Meisterschaften sowie alle Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften.

Zu Beginn der 50erJahre lagen Erfolge und auch der Schwerpunkt der Vereinsaktivitäten beim Kunst - und Reigenfahren. Dies blieb so bis zum 50jährigen Jubiläum im Jahre 1953, das mit einer großen zweitägigen Veranstaltung begangen wurde. Ab 1955 wurden die Radballspieler dann erfolgreicher, ohne die Leistungen der Kunstfahrer schmälern zu wollen.

Das Jahr 1955 wurde leider überschattet durch den frühzeitigen Tod des langjährigen Geschäftsführers Martin Schmeldtenkopf, der sich durch sein einsatzfreudiges Schaffen und Wirken innerhalb des Vereins besondere Verdienste erworben hat.

Anfang der 60er Jahre gab es eine starke Breitenarbeit im Verein, wobei die Erfolge vor allem von den Radballspielern errungen wurden. Daß dies bei den Kunstfahrern nicht so war, lag vor allem an den nicht ausreichenden Trainingsmöglichkeiten. Der Trainingsbetrieb und alle Veranstaltungen fanden bis 1964 im Saal der heutigen Gaststätte "Zur alten Schänke" statt. Dann wurde die Schulturnhalle gebaut, die dem Verein für damalige Verhältnisse gute Trainingsbedingungen gab. 1960 fand erstmals der über die Grenzen des Deichbezirkes beliebte Rheinischer Abend statt, der nach einer Idee von Gerhard Altmaier zustande kam, nachdem bis dahin der Karneval mit einer Maskerade oder einem Kappenfest gefeiert wurde. Der Rheinische Abend wurde nur mit einer Unterbrechung - 1967 stand kein Saal zur Verfügung - bis heute in jedem Jahr durchgeführt.

1964 wurde Gerhard Altmaier erster Vorsitzender des Vereins. Er löste damals Gustav Vosteen ab, der den Verein nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wieder zu Leistung und Ansehen geführt hatte. Gustav Vosteen wurde zum Ehrenvorsitzenden des Vereins gewählt.

1966 verstarb der 1. Vorsitzende Gerhard Altmaier an den Folgen eines Verkehrsunfalles. Gerhard Altmaier gab dem Verein große Impulse. Vor allem dem Radballsport verhalf er mit seinen Kenntnissen zu einer positiven Entwicklung, denn die Erfolge, die bis heute errungen wurden, basieren auf seiner geleisteten Trainingsarbeit. Das Amt des ersten Vorsitzenden wurde danach vom Ehrenvorsitzenden Gustav Vosteen ausgeübt, bis auf der Jahreshauptversammlung 1967 Heinz Böning dieses Amt übernahm.

1972 wechselte der Vorsitz des Vereins von Heinz Böning auf Klaus Schmeldtenkopf über. An dieser Stelle ist noch ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes zu erwähnen, das seit 1958 die Geschicke des Vereins mit positiv beeinflußt hat, nämlich der langjährige Geschäftsführer Helmut Meyer.

1974 fand in Turnhalle Ganspe erstmals ein internationales Radballturnier mit der tschechoslowakischen Spitzenmannschaft Svoboda/Jicha aus Pilsen statt. Die gut 200 Besucher bewiesen, daß der Radsport auch einen besonderen Zuschauerzuspruch haben kann, wen etwas Besonderes geboten wird. Ebenfalls großen Anklang fand eine Großveranstaltung im Januar 1977, die für das Schwedische Fernsehen durchgeführt wurde.

1972 wurde die Interessengemeinschaft Warflether Sportvereine gegründet, die einmal eine bessere Zusammenarbeit der örtlichen Vereine bezwecken und vor allem die Forderungen nach einer großen Sporthalle intensivieren sollte. Die gemeinsamen Bemühungen führten im August 1976 zum Ziel, denn da wurde von der Gemeinde Berne die Spielhalle Ganspe der Öffentlichkeit übergeben. Durch bessere Trainingsmöglichkeiten in dieser Halle wurden die Aktivitäten innerhalb des Vereins wesentlich größer, vor allem die Zahl der aktiven Jugendlichen erhöhte sich beträchtlich.

Außerdem war jetzt auch die Möglichkeit gegeben, größere Veranstaltungen und Meisterschaften in der Gansper Sporthalle durchzuführen, wie z.B. Niedersachsenmeisterschaften sowohl im Kunstfahren wie im Radball, Norddeutsche und Nord-West-Meisterschaften im Radball, Ländervergleichskämpfe im Kunstfahren und im Radball.

Das 75jährige Jubiläum wurde 1978 sowohl mit sportlichen Veranstaltungen in der Sporthalle als auch mit einem besonderen Jubiläumsball in einem großen Festzelt auf dem Außendeichssportplatz gefeiert. Anläßlich des 80jährige Bestehens veranstaltete der Verein in der Sporthalle einen großen Radsport-Gala-Abend, u.a. mit den Weltmeistern im Radball Thomas und Andreas Steinmeier aus Lieme sowie den Europameisterinnen im 2er-Kunstfahren Gudrun und Karin Mathes.

In den 80er-Jahren bis Mitte der 90er-Jahre hatte der RV Fahr Wohl Warfleth seine Blütezeit, die sich bei der Mitgliederentwicklung auf über 200 ( 198 234 Mitglieder) ausdrückt aber insbesondere geprägt war durch sehr viel ehrenamtliches Engagement vieler Vereinsmitglieder. In der Folge sind die Aktivitäten und Entwicklungen in den verschiedenen Bereichen dargestellt. Als größten sportlichen Erfolg des Vereins ist an dieser Stelle aber unbedingt die Deutschen Vizemeisterschaft im Radball der Junioren durch André Meyer/Lars Schmeldtenkopf im Jahr 1992 und die Vizemeisterschaft im U-23-Deutschlandpokal für die gleiche Mannschaft im Jahr 1996 herauszustellen.

Der Vorsitz im Verein wechselte 1991 von Klaus Schmeldtenkopf auf Jens Bischoff. Klaus Schmeldtenkopf wurde 1996 erneut 1.Vorsitzender.

Leider konnte diese positive Entwicklung nicht gehalten werden, so dass gerade im Jahr des 100jährigen Bestehens die Zahl der noch aktiven Mitglieder relativ gering ist. Dies hat zum einen die Ursache darin, dass viele jüngere Radballspieler berufsbedingt nicht mehr vor Ort leben und daher eine konstante Sportausübung nicht möglich ist. Zum anderen hat der in allen Bereichen unserer Gesellschaft bei vielen Jüngeren festzustellende Trend, keine ehrenamtlichen Aufgaben übernehmen zu wollen und sich zu engagieren, auch den RV Fahr Wohl Warfleth getroffen. So konnte z.B. das Kunstfahren nicht weiter angeboten werden, weil alle Bemühungen des Vorstandes erfolglos blieben, jemanden für eine regelmäßige Übungsleitertätigkeit zu gewinnen.

Zum 100jährigen Bestehen haben sich die Verantwortlichen im Verein im Zusammenwirken mit den "älteren" Vereinsmitgliedern dazu entschlossen, noch einmal etwas Besonderes zu bieten. Dies soll zum einen am 12. April 2003 mit dem 25. Radball-Altherrenturnier in der Sporthalle und einem Festkommers mit anschließendem Festball im Vereinslokal "Zur alten Schänke" sowie dem Radball-Welt-Cup-Turnier am 7. Juni 2003 mit den besten internationalen Radballmannschaften und dem 6fachen Weltmeister im 1er Kunstfahren , Martin Rominger, geschehen.

Kunstfahren

Über das Korso-, Saal- und Duettfahren vor dem 2. Weltkrieg kam man im Verein zum 1er, 2er, 4er und 6er Kunstfahren, zu dem in den 50er-Jahren noch das Steuerrohrfahren gehörte. Nach dem 2.Weltkrieg gab es sowohl Frauen- und Männermannschaften, was dann später aber mit der Aufnahme von Radball dazu führte, das das Kunstfahren nur noch von Mädchen und Frauen dargeboten wurde.

In den 80erJahren gab es eine riesige Breitenarbeit mit ca. 30 Jugendlichen und dann auch wieder einer Frauenreigenmannschaft. Nach und nach aber entwickelte sich auch ein gewisses Leistungspotenzial, das dazu führte, dass unsere Sportlerinnen zumindest die Teilnahme an zahlreichen Deutschen Meisterschaften erreichten. Aber auch die dargeboten Kunstfahrübungen wurden immer mehr verbessert, so dass von den Aktiven durchaus verdeutlicht wurde, welcher besondere Leistungssport das Kunstfahren darstellt, was teilweise durchaus in den Bereich der Artistik geht.

Geprägt wurde die Entwicklung vor allem von Hermine Schmeldtenkopf, die insbesondere nach 1976 fast täglich Trainingseinheiten mit den Jugendlichen in der Halle absolvierte, die sich aber auch als Kampfrichterin bundesweit einen Namen machte. Genannt werden sollten an dieser Stelle aber auch Sonny Vosteen und Anneliese Ulbrich, die als Übungsleiterinnen ihre Kenntnisse im Kunstfahren weitergaben.

Ein Höhepunkt in den Vereinsveranstaltungen war das weihnachtliche Schaufahren, wo in jedem Jahr insbesondere im Kunstfahren alle im Verein aktiven Sportlerinnen und Sportler ihr Können zeigten. Hinzu kam im jeden Jahr eine Veranstaltung im sogenannten Unterweser-Pokal-Wettbewerb in der Gansper Sporthalle mit Teilnehmern aus dem Bereich des Unterweser-Gebietes, an denen teilweise rund 150 Starterinnen und Starter in den verschiedenen Kunstfahrwettbewerben dabei waren.

Ohne andere Sportlerinnen oder Sportler zurückstellen zu wollen, sind an dieser Stelle zunächst die Namen Adda Vosteen, Erika Rösch und Ursel Wehlau aufzuführen, die auf sich und den Verein mit guten Leistungen aufmerksam machten. Dann wurde das 2er Kunstfahren eine Spezialität im Verein. Zunächst sind Angelika Braue/Edith Frels zu nennen, die mehrfach Niedersachsenmeisterinnen wurden. Später sind Inka Müller und Kristina Schmeldtenkopf herauszustellen, die beide sowohl jeweils im 1er-Kunstfahren aber vor allem gemeinsam im 2er-Kunstfahren ein Leistungsvermögen erreichten, das bis dahin im Verein nie erreicht wurde. Dies gelang auch dadurch, dass die ehemalige Europameisterin Karin Mathes zeitweise als Trainerin angeworben werden konnte. Höhepunkt für diese beiden Sportlerinnen waren die DM-Teilnahmen 1985 in Mainz.

Dann gab es im 4er Kunstfahren zunächst die Mannschaft Kerstin Pundt, Kristina Schmeldtenkopf, Birgit Freudenberg und dann Michaela Gutte, Katja Könnecke, Inka Benedix und Nathalie Izydor, deren DM-Teilnahme mit dem 12. Platz der letzte große Erfolg war.

Radpolo

Radpolo wurde in den 50er Jahren von den Damenmannschaften im Saal der Gaststätte Martin Husmanns angefangen. Diese Hallenradsportart gelang aber kaum zum richtigen Durchbruch oder zu einer konstant im Verein ausgeführten Sportart. Einzig mit der Mannschaft Ute Vosteen/Ute Meyer gelang dies, denen es auch gelang, bei der Niedersachsenmeisterschaft 1973 den Meistertitel zu erringen.

Radball

Im Radballsport hat der Verein im Laufe der letzten 50 Jahre wohl die stärkste Entwicklung erlebt. Über die Mannschaften Kurt Dierks/Kurt Rohde sowie Kurt Dierks/Ernst Koewius, die bereits in den 50er Jahren sich für die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften qualifizierten, ging die Entwicklung weiter mit den Mannschaften Gerhard Altmaier/Kurt Dierks und Gerhard Altmaier/Gustav Vosteen im Herrenbereich.

Die positive Entwicklung des Radballsportes wurde über all die Jahre immer weiter verbessert durch Einflüsse, die meistens von außen gesetzt wurden und die das Leistungsvermögen der Sportler im Verein verbesserten. Hier ist zunächst Gerhard Altmaier zu nennen, der aus seiner rheinischen Heimat eine Radballtechnik mitbrachte, die den Aktiven neue Impulse gab. Dies wurde übertragen auf die Jugend, wo dann Horst Eilers und Rolf Meyer mit ihrem 4.Platz 1963 bei den Deutschen Meisterschaften in Passau von profitierten. Dies setzte sich fort über die Herrenmannschaft Horst Eilers/Klaus Schmeldtenkopf, die auch vom Bau der Schulturnhalle profitierten und über den Norddeutschen Meistertitel in Berlin im Jahre in die Regionalliga, damals die zweithöchste Deutsche Spielklasse, aufstiegen. Klaus Schmeldtenkopf bildete ab 1978 mit Gerhard Meyer, der aus Barnstorf zum RV Fahr Wohl wechselte, eine Mannschaft, die über viele in der niedersächsischen Oberliga eine führende Rolle spielte.

Mit der Fertigstellung der neuen Sporthalle wurden dann die Trainingsbedingungen erheblich verbessert und mit dem Trainergespann Werner Pundt/Klaus Schmeldtenkopf wurde die Jugendarbeit forciert. Die Mannschaften Torsten Müller/Lars Ohlenbusch, Timo Müller/Ralf Sillje und Thomas Bülter/Jens Thomann gehörten über viele Jahre während ihrer Schüler- und Jugendspielzeit zu den Spitzenmannschaften in Niedersachsen, gewannen ab Ende der 70erJahre mehrere Niedersachsen-, Norddeutsche und Nord-West-Meistertitel für den Verein. Die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft gelang Bülter/Thomann 1984 in Korbach mit einem guten 7.Platz. Diese Spitzenstellung in Niedersachsen setzte sich fort mit Torben Pundt/Frank Taborsky, Björn Hartmann/Ersin Akyol, den Gebrüdern Jürgen und Matthias Eilers und danach den neu zusammengestellten Teams Björn Hartmann/Matthias Eilers sowie Jürgen Eilers/Dennis Meyer und letztlich André Meyer/Lars Schmeldtenkopf. Dabei haben die meisten der genannten Spieler nach der Spielzeit im Jugendbereich auch in den niedersächsischen Herren-Leistungsklassen eine führende Rolle gespielt.

1987 waren zehn Mannschaften (Sechs Herren- und vier Jugendmannschaften) aktiv im Punktspielbetrieb.

Ein weiterer Leistungsschub kam dann durch und für die Mannschaft Meyer/Schmeldtenkopf, die nach drei Anläufen in der Schüler-B-, Schüler-A und Jugendklasse den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte mit der Deutschen Vizemeisterschaft in der Juniorenklasse im Jahre 1992 feierte. Die Mannschaft wurde in den Auswahlkader des Bundes Deutscher Radfahrer berufen und konnte dann ihren Bundeswehrdienst in einer Sportfördergruppe ableisten und sich dort insbesondere auf das Radballtraining konzentrieren. Dabei gelang vor allem eine Fortentwicklung im Leistungsvermögen durch eine Veränderung der Spielanlage. Die Mannschaft selbst wurde 1995 Zweiter im Deutschlandpokal U-23 und schaffte dann 1999 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Einmal spielte sie beim Länderkampf in Belgien für Deutschland.

Von dieser Entwicklung profitierte zunächst der gesamte Radballsport. Der Verein schaffte auch im 5er-Radball mit den Spielern Ralf Sillje, Thomas Bülter, Diemo Sachse, Jens Thomann, André Meyer und Lars Schmeldtenkopf den Aufstieg in die 5er-Radball-Bundesliga, in der man drei Jahre lang sehr gut mitspielte.

Berufliche aber auch sehr persönliche Gründe bei verschiedenen Spielern führten dazu, dass die Aktivitäten sehr stark zurückgingen, so dass im Jubiläumsjahr nur noch zwei Herrenmannschaften und eine Schülermannschaft am Punktspielbetrieb teilnehmen.

Radball-Altherren

In diesem Jahr haben wir noch ein weiteres Jubiläum mit unserem Altherrenturnier, das inzwischen zum 25. Male stattfindet. Dieses Altherrenturnier ist mehr als eng verbunden mit unserem leider verstorbenen engagierten Vereinsmitglied Hans Bischoff, der mit seinem Wiedereinstieg in den Radballsport, obwohl er noch seine Gaststätte zu "pflegen" hatte, selbst viele Fahrten zu Turnieren in alle Teilen Deutschlands und nach Dänemark unternahm und dann unser Turnier gemeinsam mit seiner Frau unter Einbeziehung seiner Gaststätte entscheidend mit prägte. Hans Bischoff hat dabei unseren Verein, immer in Begleitung seiner Ehefrau Elfriede, in den Hochburgen des Altherrensportes bekannt gemacht und selbst sportlich noch viele gute Platzierungen erreicht. Aber für ihn war nicht der Erfolg wichtig, sondern die Teilnahme und die bei diesen Turnieren dazugehörende kameradschaftliche Geselligkeit zwischen den Sportlern. Über viele Jahre war für uns Radsportler Ostern mit der Durchführung des Altherrenturniers verbunden, inzwischen sind wir terminlich etwas davon abgewichen. Das Turnier wird jetzt um den Hans-Bischoff-Gedächtnis-Pokal gespielt.

Für die Organisation unserer Turniere war und ist Werner Pundt verantwortlich, dem es immer wieder gelungen ist, mit dem Verein einen Rahmen zu gestalten, der bei den Teilnehmern und ihren Begleitern/Begleiterinnen so gut ankam, dass sie immer gerne wieder gekommen sind. Werner Pundt ist derzeit der aktivste Altherrenspieler, der manchmal mit Jens Bischoff die Vereinsfarben bei anderen Turnieren in nah und fern vertritt.

 

Jugendarbeit

1968 wurde vom RV Fahr Wohl für die Jugendlichen erstmals eine mehrtägige Fahrt durchgeführt. Damals fuhren wir nach Worpswede. In den folgenden Jahren dienten u.a. die Jugendherbergen Rüttelerfelde, Syke, Georgsmarienhütte oder Bad lburg als Zielorte.

In der Zeit von 1980 bis 1985 nahmen die „älteren" Jugendlichen während der Weihnachtsferien an Fahrten zum Torfhaus im Harz teil, die vom Landkreis Wesermarsch organisiert wurden.

Volksradfahren / Wanderfahren

1971 war der RV Fahr Wohl erstmals Veranstalter eines Volksradfahrens, das im Rahmen der Trimmspiele des Deutschen Sportbundes durchgeführt wurde. Die erste Streckenführung verlief von Ganspe aus über Ritzenbüttel - Bardewisch - Harmenhausen - Berne - Weserdeich zurück nach Ganspe. Die Teilnehmerzahlen stiegen von knapp 200 im Anfangsjahr auf die Höchstzahl von 430 im Jahre 1982. Sie hat sich in den letzten Jahren bei ca. 150 Teilnehmern eingependelt. Die Streckenführung wurde von Zeit zu Zeit gewechselt auf einen Kurs nur durch die Gemeinde Berne über Ohrt und Bettingbühren und einem Kurs über Lemwerder und Altenesch. Sonderpreise für die größte teilnehmende Gruppe und eine Tombola mit einem Fahrrad als Hauptpreis setzten zusätzliche Anreize für die Teilnehmer, genauso wie die in all den Jahren von unserem Vereinslokal dem Gasthof „Zur alten Schänke" gekochte geschmackvolle Erbsensuppe. Zur Verkehrssicherung wurde die Veranstaltung in allen Jahren von der Freiwilligen Feuerwehr Warfleth unterstützt.

Für die passiven Mitglieder wurden Radwanderfahrten ergänzend zum Volksradfahren durchgeführt. Es gab Jahre, in denen zumindest zwei Fahrten zum Teil mit einer Streckenlänge von ca. 50 Km abgeradelt wurden. Zuletzt wurde mangels bekundetes Interesse und Terminschwierigkeiten schon keine Fahrt mehr durchgeführt. Diese Aktivität soll aber aufrechterhalten werden.

Geselligkeit/Rheinischer Abend

Die Nachfrage nach geselligen Vereinsveranstaltungen hat auch im RV Fahr Wohl Warfleth stark nachgelassen. Bis Anfang der 90er Jahre gab es Osterbälle, Gemütliche Abende und den besonderen Rheinischen Abend. Eine Veranstaltung, die den Verein, neben seinen sportlichen Aktivitäten, in der gesamten Region bekannt gemacht hat. Es gab für die passiven Mitglieder ergänzend zu diesen Festen noch 3-Tagesfahrten zu Rhein, Mosel oder Ahr. Zuletzt fand mangels Interesse nur noch ein Gemütlicher Abend im Zusammenhang mit dem Altherren-Radballturnier statt.

An dieser Stelle ist aber noch einmal besonders auf den Rheinischen Abend einzugehen, der als Nachfolgeveranstaltung zur Maskerade und zum Kappenfest 1961 vom damaligen Vorsitzenden Gerhard Altmaier, der aus dem Rheinland stammte, nach dem an Rhein und Main bekannten Muster mit 5er- oder 7er-Rat mit Präsident, Büttenreden, Tanzgruppen und Sänger/innen bzw. Gesangsgruppen eingeführt und über die Jahre positiv entwickelt wurde. Dabei waren die meisten Mitwirkenden auch Vereinsmitglieder. Die Kartennachfrage für diese Veranstaltung wurde immer größer, so dass ab 1981 der Rheinische Abend über fünf Tage gefeiert wurde. Dazu gehörte eine offizielle Generalprobe vor Altenklubs am Donnerstag, die Hauptveranstaltungen am Freitag und Sonnabend, dem Kinderkarneval am Sonntagnachmittag und dem Rosenmontag. Hier wären eigentlich viele Mitglieder zu nennen, die sich um diesen Rheinischen Abend und auch um den Kinderkarneval, der ebenfalls mit einem Programm der im Verein aktiven Jugendlichen stattfand, verdient gemacht haben. Stellvertretend wird hier Günther Sillje genannt, der als Büttenredner oder Präsident immer dazu gehörte und der sich auch insgesamt um den Verein verdient gemacht hat.

Mit der Absage des Rheinischen Abends aufgrund des Golfkrieges 1992 war auch diese Veranstaltung aus dem Vereinsprogramm verschwunden, weil danach kaum noch Mitglieder bereit waren, ein Programm zu gestalten und weil aber auch die Kartennachfrage immer geringer geworden war.